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DEFAULT : Wort des Monats März
09.03.2011 16:33 ( 724 x gelesen )

Wort des Monats März

Ich bin da

In das Dunkel deiner Vergangenheit und

in das Ungewisse deiner Zukunft,

in den Segen deines Helfens und

in das Elend deiner Ohnmacht

lege ich meine Zusage:

Ich bin da.



In das Spiel deiner Gefühle und
in den Ernst deiner Gedanken,
in den Reichtum deines Schweigens und
in die Armut deiner Sprache
lege ich meine Zusage:
Ich bin da.

In die Fülle deiner Aufgaben und
in die Leere deiner Geschäftigkeit,
in die Vielzahl deiner Fähigkeiten und
in die Grenzen deiner Begabung
lege ich meine Zusage:
Ich bin da.

In das Gelingen deiner Gespräche und
in die Langeweile deines Beten,
in die Freude deines Erfolges und
in den Schmerz deines Versagens
lege ich meine Zusage: Ich bin da.

In die Enge deines Alltags und
in die Weite deiner Träume,
in die Schwäche deines Verstandes und
in die Kräfte deines Herzen
lege ich meine Zusage:
Ich bin da.

Verfasser unbekannt



Der betende Clown
Es war einmal ein Clown, der tanzend von Ort zu Ort zog, bis er des unsteten Lebens müde war. Da gab er alle seine Habe hin und trat in ein Kloster ein. Aber weil er sein Leben bis dahin mit Tanzen und Radschlagen zugebracht hatte, war ihm das Leben der Mönche fremd, und er wusste weder ein Gebet zu sprechen noch einen Psalm zu singen.
So ging er stumm umher, und wenn er sah, wie jedermann des Gebetes kündig schien, aus frommen Büchern las und mit dem Chor die Messe sang, stand er beschämt dabei: Ach, er allein konnte nichts. “Was tu ich hier?” sprach er zu sich selbst, “ich weiß nicht zu beten und kann mein Wort nicht machen. Ich bin hier unnütz.”

In seinem Kummer flüchtete er eines Tages, als die Glocke zum Chorgebet rief, in eine
abgelegene Kapelle. “Wenn ich schon nicht mitbeten kann im Konvent der Mönche, so will ich doch tun, was ich kann.” Er zog seine Mönchskutte aus und stand da in seinem bunten Gewand, in dem er als Clown umhergezogen war. Und während vom hohen Chor die Psalmgesänge herüberwehen, beginnt er mit Leib und Seele zu tanzen: Vor- und rückwärts, links herum und rechts herum. Mal geht er auf seinen Händen durch die Kapelle, mal überschlägt er sich in der Luft und springt die kühnsten Tänze, um Gott zu loben. Und wie lange auch das Chorgebet der Mönche dauert, er tanzt ununterbrochen, bis ihm der Atem verschlägt und die Glieder ihren Dienst versagen.

Ein Mönch aber war ihm gefolgt, hatte durch ein Fenster seine Tanzsprünge mitangesehen und den Abt geholt. Am anderen Tag ließ dieser den Bruder zu sich rufen.
Der Arme erschrak zutiefst und glaubte, er solle des verpassten Gebetes wegen bestraft
werden. Also fiel er vor dem Abt nieder und sprach: “Ich weiß, Abt, dass hier meines
Bleibens nicht ist. So will ich aus freien Stücken ausziehen und in Geduld die Unrast der Straße wieder ertragen.”
Doch der Abt neigte sich vor ihm, küsste ihn und bat ihn, für ihn und alle Mönche bei Gott einzustehen: “In deinem Tanze hast du Gott mit Leib und Seele geehrt. Uns aber möge er alle wohlfeilen Worte verzeihen, die über unsere Lippen kommen, ohne dass unser Herz sie sendet.”

Unbekannt (nach einer französischen Legende)
 


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