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DEFAULT : Das Momme-Nissen-Haus bleibt!
05.11.2008 19:33 ( 2941 x gelesen )

3 Artikel -
DePellwormer, Neue Kirchenzeitung und Husumer Nachrichten

Das Momme-Nissen-Haus bleibt!



Juni-Ausgabe 2004 "DE PELLWORMER"

Das Momme-Nissen-Haus bleibt!

Seit fast 26 Jahren gibt es ein katholisches Gemeindehaus auf Pellworm – das Momme-Nissen-Haus.
Besonders Sommergäste sahen einen langgehegten Wunsch in Erfüllung gehen, denn vorher hatte es nur gelegentlich einen katholischen Gottesdienst gegeben. Kirchlich gesehen gehörte Pellworm bis 1973 zur katholischen Gemeinde Husum, dann wurde die Insel der Katholischen Kirchengemeinde Nordstrand zugeteilt. Auf Betreiben des Pastors Peter Schmidt setzten mit Beginn der Saison regelmäßige katholische Gottesdienste ein. Im Sommer versammelten die Gläubigen sich in der
„Neuen Kirche“, und im Winter bekamen sie einen Klassenraum in der Schule zur Verfügung gestellt. Verschiedene Geistliche predigten auf Pellworm. Man hatte sich also einiges einfallen lassen, um auch den Katholiken unter den Einheimischen und Gästen gerecht zu werden.Ein Jahr nach dem silbernen Jubiläum wurde ein derartiger Ideenreichtum wieder dringend gebraucht: Das Bistum strich aufgrund finanzieller Engpässe die Schlüsselzuweisung für die Außenstelle Pellworm.
Das Momme-Nissen-Haus stand vor dem Aus. Damit war nicht nur ein Gotteshaus von der Schließung bedroht. In den Räumen des Momme-Nissen-Hauses wurden die Sommer-Akademien in Zusammenarbeit mit der Universität Kiel abgehalten, es gab Lesungen und Konzerte, und der Gemischte Chor nutzte die gute Akkustik für seine Aufnahmen. „Es ist uns wichtig, dass das Haus für Katholiken aber auch als Ort überkonfessioneller Besinnung und Begegnung erhalten bleibt“, erklärt Matthias Hagenhoff.Diesem Ziel hat sich der eigens gegründete Förderverein „Freunde für das Momme-Nissen-Haus“ verschrieben. Am 22. Mai fand die konstituierende Sitzung statt. Das Bistum hatte die Erlaubnis zur Vereinsgründung erteilt, denn „es sah eine positive Möglichkeit, seitens der Gemeinde das Momme-Nissen-Haus zu erhalten“, sagt Christoph Kamps. Der Gemeindeleiter, Pfarrer Mirko Zawiasa, unterstützte das Vorhaben. Seit dem 24. Mai ist nun auch „juristisch alles in trockenen Tüchern“, wie Matthias Hagenhoff zufrieden verkündet. Erster Vorsitzender des Fördervereins ist Christoph Kamp, Gertrud Hagenhoff fungiert als seine Stellvertreterin. Cordula Kamps hat das Amt des Schatzmeisters übernommen, und Magrit Rahn ist die Schriftführerin. Das Bemerkenswerte ist, dass sich nicht nur Inselbewohner für den Erhalt der Einrichtung einsetzen, sondern auch Stammgäste. Jörg Henniges aus Isarlohn beispielsweise und Dr. Maximilian Bickoff, Ehrensenator der katholischen Universität in Eichstätt haben die Entwicklung des Momme-Nissen-Hauses mitverfolgt und gehören zu den ersten Mitgliedern des frischgebackenen Fördervereins.
Ungeachtet verschiedener Konfessionen solidarisierten sich Menschen und fanden einen Weg, Pellworms einziges katholisches Gotteshaus zu erhalten – allen leeren Kassen zum Trotz. Hier ist auch
eine positive Botschaft für alle anderen Belange in der momentan schwierigen Zeit enthalten. So sieht es nicht nur Matthias Hagenhoff.
Momme Nissen, 1870 in Deezbüll geboren, war ein Neffe des Malers Carl Ludwig Jessen. Er konvertierte zum katholischen Glauben, trat 1916 in den Dominikaner-Orden ein und wurde Priester. Er hätte sich gefreut über diese erfreuliche Entwicklung. Die Botschaft, abseits der Resignation selbst nach Lösungswegen zu suchen, dürfte auch den im Nationalsozialismus Verfolgten angesprochen haben.

Anne Cornilsen

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Neue Kirchenzeitung – Erzbistum Hamburg vom 27.6.2004, Nr. 26

Das Momme-Nissen-Haus bleibt!

Seit fast 26 Jahren gibt es ein katholisches Gemeindehaus auf Pellworm – das Momme-Nissen-Haus.Besonders Sommergäste sahen einen langgehegten Wunsch in Erfüllung gehen, denn vorher hatte es nur gelegentlich einen katholischen Gottesdienst gegeben. Kirchlich gesehen gehörte Pellworm bis1973 zur katholischen Gemeinde Husum, dann wurde die Insel der Katholischen Kirchengemeinde Nordstrand zugeteilt. Auf Betreiben des Pastors Peter Schmidt setzten mit Beginn der Saison regelmäßige katholische Gottesdienste ein. Im Sommer versammelten die Gläubigen sich in der „Neuen Kirche“, und im Winter bekamen sie einen Klassenraum in der Schule zur Verfügung gestellt.
Verschiedene Geistliche predigten auf Pellworm. Man hatte sich also einiges einfallen lassen, um auch den Katholiken unter den Einheimischen und Gästen gerecht zu werden.
Ein Jahr nach dem silbernen Jubiläum wurde ein derartiger Ideenreichtum wieder dringend gebraucht:
Das Bistum strich aufgrund finanzieller Engpässe die Schlüsselzuweisung für die Außenstelle Pellworm. Das Momme-Nissen-Haus stand vor dem Aus. Damit war nicht nur ein Gotteshaus von der Schließung bedroht. In den Räumen des Momme-Nissen-Hauses wurden die Sommer-Akademien in Zusammenarbeit mit der Universität Kiel abgehalten, es gab Lesungen und Konzerte, und der Gemischte Chor nutzte die gute Akkustik für seine Aufnahmen. „Es ist uns wichtig, dass das Haus für Katholiken aber auch als Ort überkonfessioneller Besinnung und Begegnung erhalten bleibt“, erklärt Matthias Hagenhoff. Diesem Ziel hat sich der eigens gegründete Förderverein „Freunde für das Momme-Nissen-Haus“ verschrieben. Am 22. Mai fand die konstituierende Sitzung statt. Das Bistum hatte die Erlaubnis zur Vereinsgründung erteilt, denn „es sah eine positive Möglichkeit, seitens der Gemeinde das Momme- Nissen-Haus zu erhalten“, sagt Christoph Kamps. Der Gemeindeleiter, Pfarrer Mirko Zawiasa, unterstützte das Vorhaben. Seit dem 24. Mai ist nun auch „juristisch alles in trockenen Tüchern“, wie Matthias Hagenhoff zufrieden verkündet. Erster Vorsitzender des Fördervereins ist Christoph Kamp, Gertrud Hagenhoff fungiert als seine Stellvertreterin. Cordula Kamps hat das Amt des Schatzmeisters übernommen, und Magrit Rahn ist die Schriftführerin. Das Bemerkenswerte ist, dass sich nicht nur Inselbewohner für den Erhalt der Einrichtung einsetzen, sondern auch Stammgäste. Jörg Henniges aus Iserlohn beispielsweise und Dr. Maximilian Bickoff, Ehrensenator der katholischen Universität in Eichstätt haben die Entwicklung des Momme-Nissen-Hauses mitverfolgt und gehören zu den ersten Mitgliedern des frischgebackenen Fördervereins.
Ungeachtet verschiedener Konfessionen solidarisierten sich Menschen und fanden einen Weg, Pellworms einziges katholisches Gotteshaus zu erhalten – allen leeren Kassen zum Trotz. Hier ist auch eine positive Botschaft für alle anderen Belange in der momentan schwierigen Zeit enthalten. So sieht es nicht nur Matthias Hagenhoff.
Momme Nissen, 1870 in Deezbüll geboren, war ein Neffe des Malers Carl Ludwig Jessen. Er konvertierte zum katholischen Glauben, trat 1916 in den Dominikaner-Orden ein und wurde Priester.
Er hätte sich gefreut über diese erfreuliche Entwicklung. Die Botschaft, abseits der Resignation selbst nach Lösungswegen zu suchen, dürfte auch den im Nationalsozialismus Verfolgten angesprochen haben.
Anne Cornilsen


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HUSUMER NACHRICHTEN
von Anne Cornilsen

"Die gute Nachricht": Von versorgter zur mitsorgenden Kirchengemeinde !
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Im vergangenen Jahr feierte das Momme-Nissen-Haus, das katholische Gemeindehaus der Insel Pellworm und kultureller Treffpunkt für alle Konfessionen, sein 25-jähriges Bestehen. Jetzt drohte die Schließung der Einrichtung. Ein Förderverein ermöglicht nun die Erhaltung des Gotteshauses.
"Würde das Momme-Nissen-Haus geschlossen, wäre es, als wenn sich Gott ein Stück von Pellworm abgewendet hätte", sagt Matthias Hagenhoff. Aufgrund von Steuermindereinnahmen sah sich das Bistum genötigt, Pellworm als Außenstelle der katholischen Kirchengemeinde Nordstrand die Schlüsselzuweisung zu entziehen. Das hätte den Wegfall auch eines kulturellen Zentrums bedeutet. Vorträge und Lesungen, Konzerte und Ausstellungen sowie Workshops haben schon in seinen Räumen stattgefunden. Der Gemischte Chor machte sich die gute Akustik für Tonaufnahmen zu nutze. Hagenhoff gehört zu einer Gruppe von Gemeindemitgliedern, die sich für den Erhalt dieser Stätte der Begegnung einsetzen. Zu diesem Zweck wurde der Förderverein "Freunde für das Momme- Nissen-Haus" gegründet. "Wir sind guter Hoffnung, das Weiterbestehen der Einrichtung zu sichern", sagt Christoph Kamps, der erste Vorsitzende des Fördervereins. Doch die Finanzen sind nur eine Seite.
"Denn wohin ansonsten mit denen, die Stille und Ruhe finden wollen?", ergänzt Gertrud Hagenhoff, seine Stellvertreterin. Im Urlaub nutzen schließlich viele Menschen die Muße zur Besinnung und suchen eine stille Kapelle auf.
Bernd Duhn, der Leiter des Erzbischöflichen Amtes in Kiel, schätzt, dass "Menschen, die innerlich beteiligt sind, sich vor Ort zusammentun." Matthias Hagenhoff sieht in dieser Entwicklung von der "versorgten zur mitsorgenden Gemeinde" ein Modell für die Zukunft.
Das Interesse am Momme-Nissen-Haus reicht weit über Pellworm hinaus. Viele Urlauber freuen sich, dass sie nicht auf den katholischen Gottesdienst verzichten müssen. Jörg Henniges aus Iserlohn ist daher dem Förderverein beigetreten. Ein, wie er betont, begeistertes Mitglied ist auch Dr. Maximilian Bickhoff, Ehrensenator der katholischen Universität in Eichstätt. Dr. Georg Falkenstein verbindet eine lange Geschichte mit Pellworm. Der 68-jährige Katholik flüchtete 1946 mit seiner Familie aus
Pommern und gelangte nach Pellworm. Ab 1947 kam sporadisch ein Kaplan aus Husum, der die Kinder oft unter freiem Himmel unterrichtete. Das Momme-Nissen-Haus will er nicht als katholische Enklave verstanden wissen. "Ich wurde ökumenisch erzogen", bekräftigt Georg Falkenstein. Er und drei seiner Geschwister, die heute in den USA leben, sind dem Förderverein beigetreten. "Auf Pellworm habe ich die schönste Zeit meines Lebens verbracht. Nun möchte ich der Insel etwas zurückgeben."
So wurde abseits der Resignation und leeren Kassen zum Trotz eine Lösung für das Momme-Nissen- Haus gefunden.

 

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