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DEFAULT : Wort des Monats September
16.09.2011 20:47 ( 570 x gelesen )

Wort des Monats September 2011

„Ich möchte nicht in einer Welt ohne Kathedralen leben. Ich brauche ihre Schönheit und Erhabenheit. Ich brauche sie gegen die Gewöhnlichkeit der Welt. Ich will zu leuchtenden Kirchenfenstern hinaufsehen und mich blenden lassen von den unirdischen Farben. Ich brauche ihren Glanz. Ich brauche ihn gegen die schmutzige Einheitsfarbe der Uniformen. Ich will mich einhüllen lassen von der herben Kühle der Kirchen. Ich brauche ihr gebieterisches Schweigen. Ich brauche es gegen das geistlose Gebrüll des Kasernenhofes und das geistreiche Geschwätz der Mitläufer. Ich will den rauschenden Klang der Orgel hören, diese Überschwemmung von überirdischen Tönen. Ich brauche ihn gegen die schrille Lächerlichkeit der Marschmusik. Ich liebe bedeutende Menschen. Ich brauche ihren Ausblick. Ich brauche ihn gegen das Gift des Oberflächlichen und Gedankenlosen. ... Ich brauche die Heiligkeit von Worten, die Erhabenheit großer Poesie.

Peter Bieri
(Pascal Mercier „Nachtzug nach Lissabon“)
 

 



Für mich ist das Universum ehrfurchtgebietend. Ich kann es nicht erklären, wie ich auch Gott nicht erklären kann. Ich spüre, dass da mehr ist, als die Wissenschaft mir sagt. Intuitiv erfasse ich Dinge, die ich nicht beweisen und belegen kann und die doch sehr wichtig sind. Es ist wie eine Wahrnehmung, die über die Sinne hinausgeht.

Die Wissenschaft spricht von den fünf Sinnen. In Wirklichkeit besitzen wir Menschen aber so viele Sinne, wie wir nur haben wollen. Wir haben noch andere Sinne, und viele Tiere, wie etwa Brieftauben, haben Sinnesorgane, die wir kaum begreifen können. Vielleicht sprechen sie auf das Magnetfeld der Erde an. Aber schon dieser Erklärungsversuch weist in die falsche Richtung, denn erzwängt uns wieder in den falschen Rahmen der Wissenschaft.

Anstatt uns weiter zu entwickeln, kommt mir vor, entwickeln wir modernen, zivilisierten Menschen uns zurück. Wir geben uns fortschrittlich und meinen, die armen Indianer bleiben immer weiter zurück. Aber ich glaube, sie bleiben voran. Denn wir verlieren immer mehr unsere natürlichen Fähigkeiten.
Norman H. Russell

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Was wir von Gott wissen,
ist Reflex und Refektion,
ist Spiegelung und Echo,
ist Widerschein und Abglanz,
ist winziges Tröpfchen
und auch ein ganzer Regenbogen ...


Namen und Begriffe
sind wie Fesseln,
die versuchen, Geist zu (be-) greifen,
sind wie Gitter, die versuchen,
Licht (einzu-) binden ...

Doch wir haben nichts anderes,
an das wir uns halten und
mit dem wir uns
unter-halten
könnten.

In seiner Lebensfülle
übersteigt Gott die Möglichkeiten
der menschlichen Sprache,
ist er der Namenlose,
weil Vielnamige,
der Unnennbare,
weil Rufbarste.

(LTHK, Gottesnamen)
 


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