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DEFAULT : Grün: Werte machen das Leben wertvoll
05.11.2008 21:05 ( 2002 x gelesen )

Husumer Nachrichten vom 9. August 2007, Seite 20, von E. Beese

Grün: Werte machen das Leben wertvoll

Pater Anselm Grün, Benediktinerpater, Bestseller-Autor und Berater in Lebensfragen, zog auch bei seinem zweiten Vortrag auf Pellworm die Menschen an. 300 Zuhörer füllten die Freizeithalle. 130 waren eigens vom Festland auf die Insel gekommen. Das Thema diesmal: Werte machen das Leben wertvoll.



Pellworm/ eb

Allein schon die Biographie dieser Persönlichkeit ist beeindruckend. 1945 geboren, trat Anselm Grün nach dem Abitur als Novize in die Benediktinerabtei Münzerschwarzach ein, studierte von 1965 bis 1971 Theologie und Philosophie in St. Ottilien und Rom, promovierte 1974 zum Doktor der Theologie und studierte anschließend noch zwei Jahre Betriebswirtschaft. In beiden Bereichen hat er sich einen Namen gemacht. Sein Arbeitspensum lässt sich nur bei straffer Einteilung bewältigen. Zum einen ist er Verwalter der Abtei mit ihren Liegenschaften und 20 verschiedenen Betrieben, in denen er für über 300 Mitarbeiter verantwortlich ist; zum anderen hält er rund 200 Vorträge und Seminare im Jahr. Seine Bandbreite geht dabei von Lebenshilfe in Familien bis zur Managerschulung. Deshalb war es auch für den Pellwormer Matthias Hagenhoff, Lehrer am Nordseegymnasium und Begründer des Fördervereins Momme-Nissen-Haus, eine Freude, den Vielbeschäftigten auf die Insel zu bekommen.
Als Seelsorger wird Anselm Grün von evangelischer Seite kritisiert. Sie wirft ihm Vermischung christlicher Traditionen mit Psychologie und anderen Religionen zu einer esoterischen Heilslehre vor und unterstellt sogar Praktiken, die an Schamanismus grenzen. Die katholische Kirche hat da keine Bedenken und stößt sich nur gelegentlich an seiner liberalen Position. Im Grunde also eine schillernde Persönlichkeit. Aber hinter dem Rednerpult wirkt Anselm Grün bescheiden, in schwarzer Ordenstracht mit wallendem Bart und manchmal humorig blitzenden Augen. Er spricht leise und beruhigend und unterstreicht einzelne Passagen sparsam mit Gebärden seiner schlanken, gepflegten Hände.
Das Führen von Menschen und Betrieben könne nur durch die Wahrung von Werten Bestand haben, unterstrich der Redner in seinem Vortrag. Nur dadurch könne eine dauernde Wertschöpfung erreicht werden. Das gleiche gelte auch für Familie und Gemeinschaften. Er griff vier Werte heraus. Gerechtigkeit sei nur wertvoll, wenn sie auch mit Barmherzigkeit verbunden sei, sonst bliebe sie seelenlos. Tapferkeit bedeute, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen, auch wenn es manchmal zum eigenen Nachteil sei. Es sei für jeden Einzelnen wichtig, das richtige Maß zu finden, sowohl im Konsum wie auch in den Ansprüchen an sich selbst. Der Zwang, besser zu sein als andere, führe zu Angst, Depression und auch zum Selbstmord. Wichtig sei, Zeit für sich selbst zu finden. Als Viertes nannte Grün die Klugheit und ging dabei ausführlich auf das Thema „Verletzungen in der Partnerschaft“ ein. Einseitige Schuldzuweisungen seien weder gegen sich selbst noch gegen den Partner realistisch. Schuld sei durchaus auch teilbar, um zu einem tragbaren Konsens zu kommen.
Als Letztes nannte der Pater die christlichen Werte des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung. Der Glaube mache frei, stimmig mit sich selbst zu werden, man müsse nur das eigene „Passwort“ zur Botschaft des Lebens finden. Hoffnung trage die Aufgabe in sich, den Willen Gottes zu erkennen und danach nach eigenem Vermögen zu handeln. Nur Gott sei barmherzig. Menschen seien ihre eigenen unbarmherzigen Richter.

 

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