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DEFAULT : Hoher Gast
05.11.2008 21:23 ( 2595 x gelesen )

Husumer Nachrichten, Titelseite (1) vom 29.08.2007

Hoher Gast

Pellworm
– Erzbischof Dr. Werner Thissen nahm sich zwei Tage Zeit für seinen Besuch auf der Nordseeinsel Pellworm. Ein Höhepunkt war eine Schifffahrt, bei der der hohe Gast aus seinem Buch vorlas.
Husumer Nachrichten, 29.08.2007, Seite 20

 

Den Glauben mit Respekt behandeln

– von Erich Beese
Gleich zwei Tage hatte sich der Erzbischof des Erzbistums Hamburg, Dr. Werner Thissen, für seinen Besuch auf Pellworm Zeit genommen. Gastgeber war der Förderverein Momme-Nissen-Haus. Es gehört zur katholischen Kirchengemeinde St. Knud auf Nordstrand, die dem Erzbistum Hamburg untersteht.



Pellworm/ eb

– Am ersten Tag las der Erzbischof an Bord der vollbesetzten „Nordfriesland“ aus seinem Buch „Mitten im Zeitwirbel“. Als Schauplatz hatte man passend die Stätte der versunkenen Ortschaft Rungholt bei Südfall gewählt. Als Auftakt gab Matthias Hagenhoff, Begründer des Fördervereins und Lehrer am Nordseegymnasium in St. Peter-Ording, einen Überblick über die Geschichte dieses alten in der Sturmflut von 1362 untergegangenen Ortes mit seinen 7 000 Flutopfern. Er las aus Detlef v. Liliencron das Gedicht „Trutz, Blanke Hans“ vor und vergaß auch nicht die Sage, nach der die Rungholter einen Pastor gezwungen hätten, einem betrunkenen Schwein das Abendmahl zu reichen. Die Sühne dafür sei der Untergang der Stadt gewesen. Die musikalische Umrahmung durch Thomas Beckheimer auf seiner keltischen Harfe machte die Lesung zu einem bewegenden Erlebnis.
Als der Erzbischof am nächsten Tag in vollem Ornat die Messe feierte, war die Kirche bis auf den letzten Platz besetzt. Er sprach zu einem Wort aus dem Lukas-Evangelium und leitete über zur Bedeutung des Glaubens. Der Glaube sei ein Geschenk, sagte Dr. Thissen, er müsse lodern wie ein Feuer und man müsse Sorge tragen, dass es nicht verlösche. Dieses Geschenk dürfe nicht achtlos in irgendeine Schublade gelegt werden, sondern man müsse es mit Respekt behandeln und an seine Nächsten weitergeben. Mit diesen Worten rundete er die Ausführungen seiner Vorredner Pater Anselm Grün und Dr. Eugen Drewermann – beide waren vor kurzem ebenfalls auf der Insel – über die Werte des Lebens und die Stellung der zehn Gebote in der heutigen Zeit ab. Der Pellwormer Kirchenchor unter der Leitung von Sönke Broders war in die Feier mit eingebunden. Nach dem Gottesdienst wurde auf dem Grundstück des Momme-Nissen-Hauses das jährliche Sommerfest gefeiert. Es gab einen warmen Imbiss, Kaffee und   

Kuchen und viele Einzelgespräche mit dem Erzbischof, der sich zwanglos unter die Anwesenden mischte und für jedermann unbegrenzt Zeit zu haben schien. Gelegentlich klinkte er sich jedoch aus der Menge aus und ging hinter das Festzelt, wo für die Kinder ein Bolzplatz eingerichtet worden war. Er erwies sich nicht nur als begeisteter, sondern auch als begabter Fußballer, der den Kleinen noch einige Tricks beibringen konnte.

Erzbischof des Erzbistums Hamburg, Dr. Werner Thissen
Ebenfalls eingefunden hatten sich Bürgermeister Klaus Jensen, Mitglieder des evangelischen Kirchenvorstandes der Insel und die neue Pellwormer Pastorin, Susanne Büstrin da Costa. In zwanglosem Gespräch mit dem hohen katholischen Würdenträger wurde klar, dass beide Konfessionen die Gegensätze ihrer Glaubensbekenntnisse nicht mehr so eng sehen wie früher und man bemüht ist, die Grenzgräben der Vergangenheit zu überwinden.

 

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