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DEFAULT : Wort des Monats Juni
09.06.2009 15:37 ( 1094 x gelesen )

Wort des Monats Juni 2009

Gottes Geist - Hören auf die Stille!

Stille, damit „die Seele nachkommen kann“!




Gott begegnet mir in der Stille. Ohne Schweigen, ohne Zurückgezogenheit, ohne Stille wird es schwer, ihm zu begegnen. Erst wenn ich den Mut habe, mich von aller Aktivität und allen äußeren Reizen zurückzuziehen und in die Stille zu begeben und das über längere Zeit auszuhalten, dann beginnt Gott, sein Geist in mir zu wirken und zu sprechen.

Warum „Schweigen“? Es geht hier nicht ums Gebet. Denn ein Gebet kann innerlich sehr laut und sehr ichbezogen sein. Kann also eher eigenes Gerede und gar nicht still sein. Nein, hier geht es um das eigene Schweigen. Es geht darum, den Mund zu halten. Es geht ums Zuhören, um das eigene Nichtstun.

Warum „aushalten“? Wenn ich in die Stille und ins Schweigen gehe, dann ist es in mir erst einmal gar nicht still und friedlich, sondern dann werde ich meist unruhig. Ich bekomme evtl. Angst und möchte am liebsten fliehen. Ich weiß nicht, ob ich das überhaupt aushalten kann: ohne Radio, ohne iPod, ohne Fernseher, ohne Zeitung, ohne Computer. Und wenn ich dann da so sitze, dann kommt alles Mögliche hoch.

Warum „längere Zeit“? Erst nach einer Weile werden die Stille und das Schweigen wohltuend. Aber dann steigt auch der Frieden in mir auf. In dieser Stille kann ich wirklich sensibel und hörfähig werden. Dann kann ich Gottes leise Stimme vernehmen. Oder wie es in der berühmten Geschichte des Elija heißt: ‚Gott war nicht im Sturm und nicht im Erdbeben und nicht im Feuer, sondern Gott war gegenwärtig im sanften, leisen Säuseln’ (vgl. 1 Kg 19,11).

Aber es bleibt nicht bei der Stille, beim Zurückgezogensein. Es darf nicht dabei bleiben. Nein, was dort in der Stille der Kontemplation vernommen wurde, das muss heraus. Das muss ins Tun und ins Engagement führen, in den Kampf und dann womöglich sogar ins Laute und in die Auseinandersetzung. Der bloße Rückzug allein ist nicht genug, auch wenn er immer wieder nötig ist. Sondern es gilt, was Jesus seinen Jüngern sagt: Was ich euch ins Ohr geflüstert habe, das verkündet auf den Dächern (vgl. Mt 10,27). Und das ist eine zweite Erfahrung des Geistes: Was dann aus dieser tiefen Stille ins Handeln kommt und zur Tat wird, das ist dann auch stark und hält stand. Das bleibt. Denn es kommt durch Gottes Geist. Damit geschieht die Verwandlung der Welt, wie sie zu Pfingsten begonnen hat und wie die Apostelgeschichte sie schildert: Nach den neun Tagen des Schweigens und der Stille der Apostel zusammen mit Maria, kommt dann der Aufbruch und Ausbruch des Geistes. Die Jünger verlassen den Saal und gehen hinaus und reden zu den Menschen (vgl. Apg 1,14 und 2,1-4).

Blicken Sie selbst einmal auf Ihr Leben und gehen Sie diesem Gegensatzpaar des Heiligen Geistes nach: Kontemplation und Kampf oder Hören und Tun. Habe ich schon einmal im Schweigen das Wort Gottes für mich, als Anregung des Geistes gehört? Bin ich ihr gefolgt? Was ist daraus geworden?

Der Förderverein „Freunde des Momme-Nissen-Hauses“ wünscht Ihnen alles Gute!


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