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DEFAULT : Wort des Monats September
15.09.2009 21:28 ( 1230 x gelesen )

Wort des Monats September 2009



Dankbarkeit und Liebe

Dankbarkeit und Liebe sind Geschwister.

Dankbarkeit ist Liebe, mild doch stet.

Wer ein Liebender durchs Leben geht,

auch ein Dankender für alles ist er.



Christian Morgenstern



Dankbarkeit und Liebe

Eine ungewöhnliche Geschichte über Frau „Dankbarkeit“ und Herrn „Liebe“.


Das Leben der Frau Dankbarkeit

-Ein Märchen von Tobias Abend-



Es war einmal eine weise, sehr gut und attraktiv aussehende Frau. Sie hieß Dankbarkeit. Ihre besonders ausgeprägte Eigenschaft war, wie es ihrem Namen gebührte, die Dankbarkeit.

Sie fiel im Alltag nicht so sehr durch übermäßigen Luxus oder Reichtum auf, sondern vielmehr durch ihre erstaunlich positive Ausstrahlung. Menschen, die nicht diese Ausstrahlung hatten wie sie, fühlten sich oft von ihr stark angezogen und genossen ihre Nähe.

Manche jedoch konnten ihre Anwesenheit überhaupt nicht oder nur schwer ertragen. Sie kritisierten sie anfangs häufig, jedoch ergab es sich mit der Zeit immer seltener, dass Frau Dankbarkeit auf solche Menschen traf. Wie von göttlicher Hand geführt, entwickelte sich ihr Leben vollkommen glücklich, harmonisch und wunschgemäß.

Sie ging bescheiden durchs Leben und es mangelte ihr an nichts. Alles, was ihr Herz begehrte, war im Überfluss da und sie pflegte die kleinen und großen Kostbarkeiten, die sie um sich hatte sorgsam und dankbar. Sie hatte immer mehr als genug Geld und konnte sich alles leisten, was ihr Herz begehrte. Sie machte jedoch nie viel Aufhebens um Äußerlichkeiten.

Sie tat nichts was für andere ein Nachteil ist. Nie hörte man sie über jemand negativ oder ablehnend urteilen. Sie fand keinen Grund zum Klagen. Denn sie akzeptierte und liebte ihre Mitmenschen von Herzen, so wie sie waren. Sie war eine gute Zuhörerin, von ihrer Art eher sensibel und eine sehr genaue Beobachterin. Überall wo sie hin kam, fand sie Gründe, dankbar zu sein.

Diese Frau lebte zwar kein besonders spektakuläres oder auffälliges Leben, dazu war sie zu wenig auf Ruhm und Anerkennung aus. Jedoch genoss sie ein sehr angenehmes und leichtes Dasein. Frau Dankbarkeit öffneten sich Türen und Tore, wo immer sie hinwollte. Alles was sie sich vorstellte zu erreichen gelang ihr fast wie von selbst. Sie wertschätze ihre Mitmenschen bei jeder Gelegenheit großzügig und es fiel ihr sehr leicht, sich auch an unscheinbaren Kleinigkeiten zu erfreuen.

Dadurch, dass Frau Dankbarkeit so von Herzen dankbar durchs Leben ging, war ihre Wahrnehmung die meiste Zeit mit Lebensumständen beschäftigt, für die sie dankbar sein konnte. Weil sie ständig mit solchen Dingen beschäftigt war, sei es bewusst oder unbewusst, ergab es sich, dass ihr Leben immer reicher wurde an Anlässen, für die sie tiefe Dankbarkeit empfand. Freilich war das nicht immer so gewesen.


Damals zur Zeit der Undankbarkeit


Als Heranwachsende und junge Erwachsene war Frau Dankbarkeit die Undankbarkeit in Person gewesen.

Sie lehnte sehr vieles ab. Sie rümpfte häufig über andere Menschen die Nase. Sie haderte viel mit sich selbst. Sie betrachtete die Welt so, als müsse alles nach ihren Regeln laufen und als gäbe es nur eine Wahrheit, nämlich ihre eigene. Wenn sich jemand oder etwas nicht so verhielt wie es ihr passte, versuchte sie, dies aus ihrem Leben zu drängen. Sie lebte mit dem Glauben, andere Menschen verändern zu können. Sie scheiterte daran jedoch stets kläglich. Stattdessen kamen immer noch mehr dieser lästigen Umstände auf sie zu.

Es dauerte viele Jahre bis sie endlich wacher wurde und sie erkannte diesen grundlegenden Fehler in ihrer Wahrnehmung. Mit einem Mal fiel es ihr wie Schuppen von den Augen, dass sie selbst es war, die alle diese negativen Erlebnisse geschaffen hatte. Mit ihrer Undankbarkeit hatte sie Umstände geschaffen, die sie darin bestärkt hatten, weiter undankbar zu sein. Immer mehr verstand sie, wie sie sich durch ihre eigene Wahl der Wahrnehmung in unerwünschten Lebenseindrücken festgehalten hatte.

So beschloss sie, sich davon zu lösen und ganz konsequent immer dankbarer zu werden.

Die Undankbarkeit mit Dankbarkeit betrachten?

Frau Dankbarkeit dachte sehr oft dankbar an die Zeit zurück, in der sie voller Undank war. Sie hatte gelernt, ihre Vergangenheit vollkommen als liebenswerten Teil von sich anzunehmen. Als Zeit der persönlichen Reifung. Dankbar vor allem deshalb, weil sie inzwischen den riesigen gefühlten Unterschied zwischen einem Leben voller Dankbarkeit und einem in Undankbarkeit an sich selbst erfahren hatte.

Sie konnte nun alle Menschen wertschätzen. Insbesondere auch alle Menschen in ihrem direkten Lebensumfeld. Sie hatte keinen Impuls mehr zu denken, jemand solle anders sein oder sich anders verhalten als so, wie er gerade ist. Sie bekam eine sehr tiefgehende Gewissheit, dass immer alles in Ordnung ist.

Wenn Sie mal etwas feststellte, was ihr nicht passte, suchte sie nach Liebe und Dankbarkeit in sich selbst für diesen Umstand. Damit gelang es ihr alle Probleme wie von Zauberhand zu lösen.

Frau Dankbarkeit und ihre Freunde

Je mehr Frau Dankbarkeit sich zu ihrer wahren Natur der Dankbarkeit hin entwickelte, desto schöner und liebevoller wurden auch ihre Beziehungen. Sie war immer öfter von positiven und gut zu ihr passenden Menschen umgeben.

Ihre dicksten Freunde, mit denen sie fast jeden Tag zum gemeinsam Spaß haben und Tanzen ging, waren Herr Glück und Frau Liebe. Sie fühlte sich seelisch mit ihnen verbunden und wann immer sie ihre besten Freunde um sich hatte, öffnete sich ihr Herz noch weiter als sonst.

Und wenn sie nicht gestorben ist, so lebt sie noch heute. Sehr bewusst, täglich dankbar, naturverbunden und im Einklang mit ihren Freunden und Mitmenschen.

Ähnlichkeiten der Erlebnisse dieser Frau mit Menschen aus dem heutigen Alltagsleben in Europa sind reiner Zufall.




Gott sagt nicht:

„Das ist ein Weg zu mir,

das aber nicht“,

sondern er sagt:

„Alles, was du tust,

kann ein Weg zu mir sein,

wenn du es nur so tust,

dass es dich zu mir führt.“



Martin Buber


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