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DEFAULT : Wort des Monats Oktober
05.10.2009 10:54 ( 1381 x gelesen )

Wort des Monats Oktober 2009


Dem Glück auf der Spur

Glück - ist das ein üppiges Bankkonto ?
Die All-inclusive Reise in die Karibik ?
Ein schnelles Auto ?
Ein attraktives Auto ?

Nichts von alldem. Die französiche Schauspielerin Brigitte Bardot hat über sich selbst gesagt; "Ich bin in meinem ganzen Leben nicht glücklich gewesen". Und sie hatte Schönheit, Geld und Ruhm im Überfluß. Wenn ´s das nicht ist - was dann ?



Glück - das ist die Summe aus vielen kleinen wunderbaren Augenblicken.
Ein Lied, das uns ganz plötzlich berührt. Das erste Eis nach langem Winter. Das leise Frühlingserwachen. Das Glück kann man sehen und hören, schmecken und spüren. Denn Glück ist nichts Abstraktes, man muss sich von ihm nur ergreifen lassen, es im Alltag bemerken. Und doch ist das Glück immer rar, nur ein flüchtiger Augenblick. Hätten wir richtig viel davon, würden wir es gar nicht mehr als Glück wahrnehmen können.

Die Italiener sind beim Glück viel genauer. Sie unterscheiden zwischen dem glücklichen Zufall, la fortuna, und der glücklichen Lebenseinstellung, la felicita. Dem Glück kann keiner auf die Sprünge helfen, der glücklichen Lebenseinstellung schon.

Jutta Oster


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Du, Nachbar Gott.......

Du, Nachbar Gott, wenn ich dich manchesmal In langer Nacht mit hartem Klopfen störe, so ist's, weil ich dich selten atmen höre und weiß: Du bist allein im Saal.

Nur eine schmale Wand ist zwischen uns,
durch Zufall, denn es könnte sein:
ein Rufen deines oder meines Munds -
und sie bricht ein,
ganz ohne Lärm und Laut:

Aus deinen Bildern ist sei aufgebaut.

Und deine Bilder steh'n vor dir wie Namen Und wenn einmal das Licht in mir entbrennt, mit welchem meine Tiefe dich erkennt, vergeudet sich's als Glanz auf deinem Rahmen.

Wenn es nur einmal so ganz stille wäre,
wenn das Zufällige und Ungefähre
verstummte, und das nachbarliche Lachen, wenn das Geräusch, das meine Sinne machen, mich nicht so sehr verhinderte am Wachen:

Dann könnte ich in einem tausendfachen
Gedanken bis an deinen Rand dich denken
Und dich besitzen - nur ein Lächeln lang, um dich an alles Leben zu verschenken wie einen Dank.

Rainer Maria Rilke



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Lieber Gott
Vor ein paar Stunden hab ich dich einfach so angeredet. Ich war pinkeln, stockbesoffen und, den Kopf an die Kacheln des Pissoirs gelehnt, kaum mehr in der Lage,´meine Männlichkeit in den Griff zu kriegen, und da überkam mich plötzlich das Gefühl der Ewigkeit.
Du wirst dich in diesen Fällen nicht so auskennen, aber du mußt mir das einfach glauben, diese Stellung hilft einem eben, etwas von der Ewigkeit kennenzulernen.
Plötzlich hat man sein Gleichgewicht gefunden, Hände am Hosenlatz, ein Bein leicht angewinkelt und man ist so froh, nicht mehr umzufallen, daß man das nie mehr aufgeben will.
Jedenfalls kam mir da plötzlich dieses
"Lieber Gott" über die Lippen, und ich wundere mich, daß ich dich auf einmal so liebevoll angeredet habe.
Wir beide sind uns im Lauf der Jahre
über manches klarer geworden. Du willst mir nichts mehr vorschreiben, und ich will dir nichts mehr vormachen.
"Liebe Gott und tue, was du willst",
diesen Augustinus hat man mir früher immer verschwiegen. Dafür haben sie uns ab und zu kleine Hauchbilder in die Hand gedrückt mit schönen Engelmännern drauf, die gebrechlichen Damen über Brücken geleiten.
Aber wenn ich mir das mal ohne Haß durch den Kopf gehen lasse - so dumm kannst du gar nicht sein, wie dich die Jahrhunderte dargestellt haben. Von deinem Standort aus überblickst du alles ja soviel besser, wie sich Gesetze ändern, wie unmenschlich menschliche Ordnungen sind, wie sprunghaft die Schuld ist, lieber Gott, du kannst ja gar kein Rächer sein und schon gar kein Moralist.
Eigentlich hast du zuerst mal immer verdammt viel mit mir zu tun. Und du kannst warten.
Ewigkeiten fließen durch dich hindurch,
und du wartest einfach. Schreibst keine Romane, hörst dir nicht mal Gustav Mahler an, drückst dich in der Straßenbahn nie an kleine Mädchen, was, Gott, wenn ich nicht wäre?
Hab ich recht, stirbt was an dir, wenn ich aufgebe? Du nimmst mich doch böse und gut, grausam und mildtätig, Hauptsache, ich bleibe am Ball.
Ich würde gern mal mit dir einen Nachmittag lang durchs Universum fliegen, aber laß mich wieder zurück. Ich hab noch so viel zu erledigen hier unten, bin wohl noch nicht ganz fertig. Will im August in die Toscana, hab noch eine Menge Musik zu machen, muß ein paar Leuten auf die Zehen treten, meine Leber hält auch noch einiges aus, und lieben will ich, lieber Gott, lieben, bis mir das Fleisch von der Seele fällt. Haben das deine Engel mal so gemacht?
Wahrscheinlich muß mich erst wieder die Ewigkeit streifen in irgendeinem Pissoir, bis wir wieder mal miteinander plaudern.
Aber wir haben ja Zeit.
Werde bis dahin versuchen, schön chaotisch zu bleiben, Gesetze zu brechen und der Macht aus dem Weg zu gehen, das ist mir Moral genug.
Und nur unter diesem Gesichtspunkt sollten wirs weiter miteinander versuchen.
Will mich nicht messen mit dir.
Will auch nicht in die Knie sinken.
Drück mir die Daumen, und schäm dich nicht, vorbeizuschauen, wenn ich traurig bin.
Das hab ich nämlich schon lange rausgekriegt:
Ihr Götter könnt nicht weinen und müßt durch unsere Tränen stark werden.
Laß mich nicht fallen,
lieber Gott.

Konstantin Wecker

 

Nachtrag

Wort des Monats Oktober 2009


Zeit für Dich. Nur für Dich. …denn Deine Seele geht zu Fuß!



Die Seele braucht Ruhe

(Zeiten der Stille, Freiräume)

die Seele braucht Schönheit

(Musik, Kunst, Theater, gepflegtes Essen)



Die Seele braucht Freundschaft,

Freundschaft mit Gott,

Freundschaft mit anderen Menschen,

Freundschaft auch mit sich selbst.





Es ist an der Zeit, einen Schritt auf die Seite zu machen und einfach auch einmal Nehmender zu sein…

Nimm Dir eine Aus-Zeit vom täglichen Wahnsinn

Nimm Dir die Zeit, Zeit zu haben

Nimm Dir Zeit für Deinen Körper

Nimm Dir Zeit für Deine Seele und Deinen Geist

Nimm Dir Zeit für Dich

Nimm Dir die Zeit, Übungen und Aktivitäten zu machen, die Dir guttun

Nimm Dir die Zeit, die Seele baumeln zu lassen in freier, idyllischer Natur

Nimm Dir die Zeit und den Abstand, über Dein Leben nachzudenken

Nimm Dir die Zeit und mache genau das, auf was Du in diesem Moment Lust hast

Nimm Dir die Zeit, Du zu sein und nicht eine Rolle spielen zu müssen.



Finde zurück zu mehr Gelassenheit, Klarheit und vor allem Zufriedenheit. Nimm Dir Qualitäts-Zeit und Freiraum.

Schöpfe neue Kraft durch die Entschleunigung Deiner Aktivitäten, Deiner Tage.


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