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DEFAULT : KIRCHENBOTE 52-53 - 1978 - Seite 17
05.11.2008 19:12 ( 2080 x gelesen )

KIRCHENBOTE 52-53 - 1978 - Seite 17
 

Geschichte in Glas

Erinnerung an die „Flut von Pellworm"

Eine stilisierte Karte

Eine stilisierte Karte mit den Namen der Kirchspiele des alten Strandes zeigt das siebte Fenster.



Geschichte in Glas

Erinnerung an die „Flut von Pellworm"

Neue Fenster im Momme-Nissen-Haus spiegeln die Geschichte von Pellworm. Vor kurzem wurden unter der Leitung von Professor Franz Griesenbrock (Vaals, Holland), dem Verantwortlichen für die künstlerische Gestaltung des Kapellenraumes im Momme-Nissen-Haus, dem katholischen Kommunikationszentrum auf Pellworm, 14 Kirchenfenster eingesetzt. Die künstlerische Gestaltung der Fenster - so Prof. Griesenbrock - habe ein Jahr in Anspruch genommen. Die Fenster, in zehn Bereiche aufgegliedert, um den Charakter des Hauses zu bewahren, hätten ein Höchstmaß an Komposition erfordert. Sie seien „Geschichte in Glas", Erinnerung, Denkmal vergangener Jahrhunderte.

Die Fenster erinnern an die Flut von 1634, als in der Nacht vom 11. zum 12. Oktober an hehr als 40 Stellen der Deich brach. Über sechstausend Menschen ertranken. Viele Kirchen wurden zerstört, von einigen sind die Kirchenpatrone bekannt, sieben Fenster sind ihnen gewidmet.
Die ersten drei Fenster im Altarraum (links) und das sechste Fenster zeigen die Flut von 1634. Das vierte Fenster im Kirchenschiff erinnert an St. Pankratius. Ihm war die Kirche von Stüntebüll geweiht, die 1639 aufgegeben werden mußte. Die im unteren Teil abgebildeten beiden Ochsen erinnern an die Kirchbausage, nach der man zwei Ochsen zusah
mengebunden habe, die man nachts frei grasen ließ. Wo man sie am Morgen fand, sei die Kirche erbaut worden. Ih fünften Fenster sind St. Laurentius (mit dem Rost) und St. Jakobus der Jüngere. (mit der Walkerstange) dargestellt. Als Vorlage diente ein altes Siegel der Edohsharde. St. Laurentius war der Patron der Morsuher Kirche, einer der Hauptkirchen des alten Strandes.

Eine stilisierte Karte

Eine stilisierte Karte mit den Namen der Kirchspiele des alten Strandes zeigt das siebte Fenster. Die Jahreszahlen nennen das Jahr der endgültigen Aufgabe der Kirchen. - Das achte Fenster ist das „Holländer-Fenster". Ih Jahr 1652 schloß der Herzog einen Vertrag mit den holländischen Partizipanten (Aktionären), die das Land wieder bedeichen sollten. Das Paar in der Tracht des 17. Jahrhunderts symbolisiert den Deichgrafen Indervelden und seine Frau. - Das neunte Fenster zeigt Maria. in der Hand die Hl. Schrift, an ihrer Seite der siebenarmige Leuchter, das Symbol des Alten Bundes. Dieses Fenster erinnert an die Kirche von Evensbüll, deren Siegel eine ähnliche Darstellung zeigt. Im zehnten Fenster ist St. Ursula mit ihren Gefährtinnen dargestellt. Sie war Patronin der untergegangenen Kirche von Röhrbeck. - Nach einem alten Nordstrander Siegel gestaltet wurde das 11. Fenster.

von Wolfgang Schilke


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