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DEFAULT : Wort des Monats Januar 2010
02.01.2010 15:32 ( 1186 x gelesen )

Wort des Monats Januar 2010

Hoffnungsperspektiven für das Jahr 2010!

Der heilige Hieronymus, einer der bedeutendsten Theologen der frühen Kirche, predigte einmal über das Evangelium „Die Hochzeit von Kana“. Nach der Predigt kam ein Zuhörer zu ihm und bemerkte spöttisch, 500 bis 700 Liter Wein, das sei ja eine ganze Menge. Ihn würde interessieren, wie die Leute diese Menge geschafft hätten. Hieronymus soll ihm geantwortet haben: „Lieber Freund, von d e m Wein trinken wir immer noch!“

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Auch wir trinken immer noch davon. Jedenfalls ist er uns auch im eucharistischen Sakrament angeboten. Ein guter Wein beruhigt den Magen, belebt die Geister, schafft Gemeinschaft unter Menschen und weckt die Lebensfreude. Hermann Hesse sagte einmal: „Der Wein wandelt die Wirrnis des Lebens in große Mythen und spielt auf mächtiger Harfe das Lied der Schöpfung.“
Das Evangelium Gottes ist wie ein guter Wein, der die Wirrnis unseres Lebens wandelt. Das Weinwunder Jesu ist ein Zeichen der Nähe Gottes. Sein menschenfreundliches Handeln ist eine starke Ermutigung, seine Anwesenheit eine Hoffnungsperspektive für das Jahr 2010. In den vergangenen Tagen haben wir einander gute Wünsche zugesprochen: es möge ein gutes Jahr werden, ein leichtes, ein gesundes, ein gesegnetes Jahr. Aber wann ist ein Jahr gut? Wann ist es gesegnet?
Christen denken positiv, reden positiv, handeln positiv. Das heißt: Sie s o l l t e n es!! Sie hätten Grund dazu: lieber eine Kerze anzuzünden, als ewig über die Dunkelheit zu klagen. Statt darüber zu klagen, dass das Glas schon halb leer ist, könnten sie auch sagen: Es ist noch halb voll! Das hat mit Vertrauen zu tun, mit einer tiefen Dankbarkeit, mit der Fähigkeit, das Glück in den kleinen Dingen zu finden, mit der festen Zuversicht Martin Luthers, dass es gut sei, heute noch ein Apfelbäumchen zu pflanzen, auch wenn morgen die Welt unterginge. So würde ein oberflächlicher Optimismus wachsen zu einer tragfähigen Hoffnung.

In 60er Jahren des letzten Jahrhunderts erschien von dem Ärzte- und Forscherehepaar Mitscherlich ein Buch mit dem Titel „Die Unfähigkeit zu trauern“. Vielleicht müsste man diesen Titel noch ergänzen: „Die Unfähigkeit zur Freude“. Freude über die eigene Kraft, Freude über die Schönheit der Welt, über die Güte Gottes. Leben wir als Christen – trotz aller Krisen- in einer freudigen Grundstimmung mit einem Lächeln auf dem Gesicht?
Viele Gewissheiten und unerschütterliche Glaubenssätze früherer Zeiten haben offensichtlich an Wert verloren. Wie kann dennoch Sinnstiftung und Orientierung in einer orientierungsarmen Zeit gelingen, so dass etwas von dem Glanz der Hochzeit zu Kana – dem Vorgeschmack auf das himmlische Hochzeitsmahl im Reich Gottes - mitten im Alltag aufleuchtet und wir im Herzen verwandelt werden?

Orientierung geschieht für mich durch Menschen, die in kein geistliches Schema passen, die aber authentisch auf ihre Weise menschliche Existenz erhellen. Orientierung geschieht für mich immer wieder durch eine vitale, aktive und hoffnungsfrohe Kirche, die offen ist für Neues, für Unerwartetes, die mutig und suchend „zu neuen Ufern“ aufbricht, die ausstrahlt und begeistert weitergeht, begleitet von Priestern, Seelsorgern und Seelsorgerinnen, die in lebendigem Dialog und im existentiellen Vollzug des Glaubens dazu beitragen wollen, den guten Wein, den das Evangelium anbietet, als eine nie versiegende Quelle der Freude und große Liebeserklärung Gottes zu erkennen und weiterzugeben.

So gibt es immer wieder Hoffnungsperspektiven, die zeigen, dass ein Wunder der Verwandlung, eine Wendung zum Guten möglich ist.
Prosit Neujahr!

Matthias G.-Hagenhoff


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