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DEFAULT : Wort des Monats März 2010
01.03.2010 16:04 ( 1135 x gelesen )

 Wort des Monats Momme-Nissen-Haus Pellworm

Wort des Monats März 2010

Wie glaube ich?
Wie ist mein Verhältnis zum menschgewordenen Gott?
Und wie lebe ich es?
Aus unseren zwischenmenschlichen Beziehungen wissen wir:
Wer von anderem oder anderen bloß flüchtig betroffen ist,
ohne beteiligt zu sein,
bleibt letztlich doch bei sich,
versteht das andere und den anderen nicht wirklich.
Das gilt auch für unser persönliches Verhältnis zu Gott.

Elmar Nass 



Momme-Nissen-Haus auf der Insel Pellworm Weniger ist oft mehr!

Vor etlichen Jahren wirkte das Wort „Fasten“ ziemlich antiquiert. Heute erlebt es eine erstaunliche Renaissance, wie ein Blick in die Welt der Werbung beweist. Zahlreiche Unternehmen haben die Fastenzeit als eine Zeit entdeckt, in der man mit Gesundheit und Wellness beim Konsumenten punktet. Das ist ja grundsätzlich einmal nicht schlecht. Unsere figürliche Verfasstheit sollte allerdings nicht das einzige sein, dem wir in diesen Tagen vermehrt unser Augenmerk schenken. Wir dürfen schon ein wenig tiefer gehen. In unserer schnelllebigen und oft so lauten Welt kann die Fastenzeit zu einer Oase werden, wo wir Ruhe und Halt finden können.

Weniger ist ja tatsächlich oft mehr, auch wenn man's nicht immer gleich begreift. Etwas weniger bedeutet manchmal auch auf etwas verzichten – etwas aufgeben – etwas hergeben – etwas geben. Und Geben bedeutet ja nicht vorrangig etwas zu verlieren, sondern vielmehr jemanden damit reicher zu machen, vielleicht letztendlich auch mich selber.

Dazu habe ich vor einiger Zeit folgende Geschichte von Hans Christian Andersen gehört: „Ihr hättet mich früher sehen sollen“, erzählte die alte Teekanne. „Damals war ich noch ganz – mit Deckel, Henkel und mit dem eleganten geschwungenen Ausguss! Er machte mich zur Königin auf dem Tisch. Was waren denn im Gegensatz zu mir die Tassen, die Zuckerdose und die Löffel? Und ich gebe zu: Ich habe sie das auch spüren lassen. Dann passierte es. Eines Tages ließ mich jemand versehentlich fallen. Seitdem sehe ich so aus wie jetzt.

Da lag ich nun halb ohnmächtig! Und das Gelächter der Teller und Tassen höre ich noch heute. Ich wurde weggestellt und schließlich einer Bettlerin mitgeben. Die machte dann das Furchtbarste, was man einer Teekanne antun kann: Sie füllte mich mit Dreck! Stellt euch vor: Dreck, wo einmal die edelsten Teesorten eingelegt waren!

Dann legte sie in diese Erde eine Blumenzwiebel. Ich spürte, wie sie wuchs. Sie wurde mein neues, lebendiges Herz – statt meines bisherigen stolzen Herzen aus Stein. Weil sie so schön war, kamen wir aufs Fensterbrett. Und alle, die vorübergingen, schauten auf die Blüte – nicht auf mich. Aber ich wusste, wie wichtig ich war: ich hielt die Feuchtigkeit und gab ihren Wurzeln Halt.
Ich muss euch sagen, ich war noch nie im Leben so zufrieden wie damals, als ich ganz für diese Blume da war – als ich mich ganz für diese Blume vergaß. Das wollte ich euch sagen!“

Die Teekanne musste ihren vornehmen Lebensstil aufgeben um zu wissen, wie wichtig sie war. Mit Dreck glaubte sie gefüllt zu sein bis sie merkte, dass es fruchtbare Erde war, die Voraussetzung für alles Wachstum. Und als sie in sich hineinhörte, spürte sie plötzlich die Blumenzwiebel als lebendiges Herz in ihr, das schließlich zu einer wunderbaren Blume wurde.
 

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Öffne die Augen unseres Herzens, damit wir deine Gegenwart in uns erkennen.

Es ist für so manchen Bauherren in unseren alten Städten oft zum Verzweifeln. Kaum beginnen die Bauarbeiten, da kommen die Archäologen mit Schäufelchen und Pinsel daher und legen die Baustelle für unbekannte Zeit still. Und wenn sie einen alten Brunnen gefunden haben, dann jubeln und frohlocken sie, denn der Unrat im Brunnen ist sehr aufschlussreich für die Geschichte und wird sorgfältig weg- und aufgeräumt, bis der Grund des Brunnens deutlich und sauber vor ihnen liegt.
So ein Brunnen ist jeder Mensch. Da gibt es in diesem Brunnen viel Unrat, der viel über die Geschichte des Menschen berichten kann, aber den Grund mit dem klaren Wasser oft nicht zugänglich macht.
Viele Menschen geben sich mit diesem Unrat zufrieden und lassen ihn dort, wo er ist. Nur das klare Wasser des Brunnens in sich selbst finden sie nicht. So können sie dieses klare Wasser nicht genießen und auch nicht daraus Kraft und Leben schöpfen.
Tief in unserem Inneren ist Gott selbst in uns gegenwärtig. Es wird noch deutlicher: Er ist in mir gegenwärtig. Und so muss ich mich wie ein Archäologe auf den Weg und auf die Suche machen, um Gott in mir zu entdecken. Er ist da und will in mir gefunden werden.

Und diese Gegenwart Gottes in mir hat erhebliche Auswirkungen. Sie ist letztlich der Grund meiner Würde, denn er wohnt in mir. Aber er ist nicht nur in mir, sondern er lebt auch in den anderen Menschen und begegnet mir auch in den anderen Menschen. Auch sie sind nach seinem Bilde geschaffen, und auch in ihnen wohnt er.

So kann und muss ich ihn auch im anderen Menschen sehen. Im Mitmenschen kommt er selbst auf mich zu, um auch durch den Mitmenschen bei mir zu sein. Welche eine große Würde hat Gott uns Menschen gegeben. Und wenn sich diese mit göttlicher Würde geschmückten Menschen zur großen Danksagungsfeier, der Eucharistie, versammeln, dann ist er mitten unter ihnen und in ihnen. Welch ein Grund zur Freude und zum Jubel!
 

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Erster Impuls zur Fastenzeit
Wer die kommende Fastenzeit in diesem Jahr bewusst erleben will, für den erscheinen hier Tipps und Hinweise. Sie sind praktisch und kosten nicht viel Zeit. Aber sie können den Tag verändern.

Mein Tipp: Entdecken Sie die Langsamkeit! Planen Sie in Ihren Tag kleine Pausen ein. Machen Sie eines nach dem anderen. Dann bekommen die Dinge, die Sie tun, eine neue Qualität. Sie können bewusster leben. Konkret könnte das zum Beispiel bedeuten:
Stellen Sie den Wecker zehn Minuten früher. So haben Sie Zeit, in aller Ruhe auf Ihren Tag vorauszublicken: Was kommt heute auf mich zu? Worauf freue ich mich, was macht mir Sorge? Was sich da in Ihnen regt, dürfen Sie wahrnehmen und davon auch Gott erzählen.
Wenn Sie essen, dann essen Sie. Entscheiden Sie sich bewusst dafür, in dieser Woche nicht zugleich zu essen, den Fernseher angeschaltet zu haben und mit Ihrem Partner nebenbei auch noch über ein schwieriges Problem zu sprechen.
Planen Sie für den Weg zur Arbeit fünf Minuten mehr Zeit ein. So können Sie ohne Hektik unterwegs sein. Vielleicht fällt Ihnen dabei zum ersten Mal etwas Schönes am Weg auf. Oder Ihnen kommt ein Gedanke, für den Sie sonst gar keine Zeit hätten.

Übrigens: Die Bibel erzählt, dass auch Jesus eines nach dem anderen gemacht hat. In Mk 1,21-39 können Sie Jesus einen Tag lang in Kafarnaum erleben: Zuerst in der Synagoge, dann bei der Schwiegermutter des Petrus; anschließend war er für viele Kranke da. Am nächsten Morgen nahm er sich Zeit für sich selbst und danach ging es wieder weiter.
 

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Zweiter Impuls zur Fastenzeit
Wenn um 20.00 Uhr die Nachrichten im Fernsehen kommen, dann geht er nicht ans Telefon. Diese Viertelstunde will er nicht gestört werden. Kurz und kompakt ist da zu sehen, was in der Welt Wichtiges geschehen ist. So konzentriert bekommt er sonst nirgends einen Überblick. Deshalb ist ihm die Tagesschau wichtig.
So wichtig wie die große Weltpolitik darf auch das eigene Leben sein. Wie wäre es mit einer ganz persönlichen Tagesschau? So kann Ihnen bewusst werden, was heute alles gewesen ist. Denn Ihr Leben ist zu kostbar, um einen Tag einfach so zu beschließen. Es könnte ja sein, dass sich heute noch viel mehr ereignet hat als das übliche Einerlei. Da wäre es doch schade, wenn Sie das übersehen würden.
Deshalb schlage ich Ihnen vor: Schauen Sie sich am Abend Ihren Tag noch einmal an. Lassen Sie ihn vor Ihrem inneren Auge wie einen Film ablaufen. Wie Sie am Morgen aufgestanden sind, den Vormittag verbracht haben, die Mittagszeit und den Nachmittag, den Abend. Dabei können Sie darauf achten, was Sie jetzt beim Anschauen bewegt: Wo regt sich dabei etwas in mir? Wo komme ich vielleicht jetzt erst ins Staunen? Wo geht ein Licht auf, weil mir plötzlich etwas klar wird? Und wenn Sie Gott zu Beginn bitten, mit Ihnen Ihren Tag anzuschauen, könnte das manche Entdeckung bringen. Zum Abschluss dürfen Sie alles in Gottes Hände legen: Die Menschen, denen Sie begegnet sind; die Arbeit, die Sie gemacht haben; alles, was heute gelungen ist, und auch das, was schwierig war oder wo Sie alleine nicht mehr weiter kommen. Das kann manchmal richtig entlastend sein. Und je nachdem, wie Ihr Tag war, können Sie dann Gott danken, Ihn fragen oder bitten.
Es gibt viele Möglichkeiten für solch eine persönliche Tagesschau: Zu Hause vor einer brennenden Kerze, auf dem Balkon, wenn Sie zu den Sternen schauen, bei einem abendlichen Spaziergang rund um den Häuserblock.

Seit fast 500 Jahren beten Menschen auf diese Weise. Für manche ist das die wichtigste Viertelstunde des Tages geworden.
 

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Dritter Impuls zur Fastenzeit
„Achten Sie doch einfach auf Ihre Sehnsucht. Die wird Sie führen“, hatte der Pfarrer zu ihm gesagt. Er wollte zu Gott finden. Und deshalb fasste er eines Tages all seinen Mut zusammen und fragte den Pfarrer nach einem guten Buch. Und stattdessen fragte der ihn: „Wonach sehnen Sie sich denn? Was ist der größte Wunsch, den Sie haben?“
Die Sehnsucht ist ein Weg zu Gott. Sie zeigt, wo Gott dem Menschen etwas schenken möchte. Sie macht deutlich, wo ich etwas von Gott erwarten darf und wie er sich mir nähern möchte. Die Heiligen haben das immer wieder gespürt. Der heilige Augustinus sagt: „Willst du unaufhörlich beten, höre nie auf dich zu sehnen.“ Auch für den heiligen Ignatius von Loyola ist die Sehnsucht wichtig. Er schlägt vor, jedes Gebet damit zu beginnen, dass ich Gott erzähle, was ich mir wünsche und erhoffe.
Achten Sie auf Ihre eigene Sehnsucht und nehmen Sie sie ernst: Was wünschen Sie sich? Was erhoffen Sie sich für Ihr Leben?
Vielleicht ist Ihnen das ja sofort klar, weil Ihnen spontan etwas einfällt. Vielleicht liegt Ihre Sehnsucht aber auch tiefer in Ihnen. Dann helfen Ihnen möglicherweise die folgenden Hinweise:
Stellen Sie sich vor, Sie hätten drei ganz persönliche Wünsche frei. Was würden Sie sich wünschen?
Wenn Sie nur noch eine Woche zu leben hätten, was würden Sie auf jeden Fall noch tun wollen?
Gibt es eine Bibelstelle, ein Gedicht, ein Bild oder eine Musik, in der Sie etwas von dem finden, was Sie sich in Ihrem Innersten erhoffen?
Wenn Sie wollen, können Sie sich diese Fragen einfach in Ihre Woche mitnehmen. Sie können darüber nachdenken, wenn Sie auf den Bus warten oder im Supermarkt an der Kasse stehen. Schon die Frage „Wonach sehne ich mich?“ kann manches verändern. Vielleicht wird Ihnen zum Beispiel bewusst, dass die Arbeit nicht alles ist. Oder Sie merken: Ich wünsche mir eine tiefere Beziehung. Oder es taucht ein Gedanke auf, der bis jetzt noch nie da war.
Als Christ dürfen Sie darauf vertrauen, dass jede echte Sehnsucht auch etwas mit Gott zu tun hat. Was möchten Sie Ihm davon erzählen? Wie möchten Sie es vor Ihm ausdrücken? Und was hat Er Ihnen dazu zu sagen? Vielleicht gibt es da ja noch manches zu entdecken.


 

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Vierter Impuls zur Fastenzeit
„Er schaut ganz wie der Vater aus“, sagen die Nachbarn. „Die Nase hat er von der Mutter.“ Es hat Nachwuchs gegeben. Und als die Eltern mit dem neugeborenen Baby vom Krankenhaus nach Hause kommen, gratulieren die Nachbarn. Es macht ihnen Freude, die Gesichtszüge des kleinen Thomas mit seinen Eltern zu vergleichen. Wie ähnlich er doch ausschaut!

Ganz wie der Vater. So wie die Mutter. Die Bibel sagt: Jeder Mensch ist Gott ähnlich. Jeder ist ein Ebenbild Gottes: „Lasst uns den Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich“ (Gen 1,26). Haben Sie daran schon gedacht, als Sie heute Früh vor dem Spiegel standen? Sie sind ein Abbild Gottes. Und Sie gefallen Gott.

Sie sind sein Geschöpf, Ihm ähnlich. Deshalb meint Gott es gut mit Ihnen.
Wenn Sie davon etwas wahrnehmen wollen, könnten Ihnen vielleicht die folgenden Hinweise weiterhelfen:
Nehmen Sie sich morgens im Bad eine Minute Zeit, um sich selbst im Spiegel anzuschauen. Achten Sie dabei nicht auf die Falten unter den Augen oder auf die ersten grauen Haare. Stellen Sie sich vor, dass Gott jetzt auf Sie schaut. Sie sind Sein Geschöpf. Er blickt ganz liebevoll auf Sie. Versuchen Sie doch einmal, sich selbst so anzublicken. Vielleicht können Sie auf diese Weise den liebevollen Blick Gottes ein bisschen wahrnehmen. Möglicherweise begleitet Sie dieser Blick durch den ganzen Tag.
Gönnen Sie sich in dieser Woche etwas Gutes. Ein besonderes Essen, eine CD, die Sie sich in Ruhe anhören, ein Besuch bei Freunden oder im Schwimmbad. Was immer Ihnen hilft, darüber zu staunen, dass Sie gut geschaffen sind.
Auch Ihr Partner, Ihre Nachbarin, Ihr Arbeitskollege sind Geschöpfe Gottes. Wenn Sie ihnen begegnen, stellen Sie sich für einen Augenblick vor, sie hätten einen „Heiligenschein“ um den Kopf. Vielleicht können Sie sie dann mit Gottes Augen anschauen.

Die Bibel sagt: Als Gott den Menschen geschaffen hatte, fand Er ihn sehr gut (vgl. Gen 1,31). Daher dürfen Sie sich auch selbst gut finden. Denn in den Augen Gottes haben Sie einen ganz eigenen Wert.
 
Mommen-Nissen-Haus Momme-Nissen-Haus Pellworm  


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