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DEFAULT : Wort des Monats April
01.04.2010 01:00 ( 1199 x gelesen )

Wort des Monats April 2010

Geschichte,Bedeutung,Riten und Bräuche zu Ostern
 

„Es muß feste Bräuche geben“, erklärt der Fuchs dem kleinen Prinzen (Antoine de Saint-
Exupery: Der kleine Prinz), als dieser sich beim Versuch der Fuchszähmung unbeholfen
anstellt. Und als der kleine Prinz fragt: „Was heißt ´fester Brauch´?“, antwortet der Fuchs:
...



„Auch etwas in Vergessenheit Geratenes. Es ist das, was einen Tag vom anderen

unterscheidet, eine Stunde von den anderen. Sonst wären die Tage alle gleich.“
 

Angesichts der Folgen der Globalisierung und einer grenzenlos gewordenen elektronischen
Welt, sind feste Bräuche und Riten im Jahreskreis e i n Mittel, um Geborgenheit, Vertrauen,
Sicherheit und Orientierung zu geben. Für den Psychologen Carl Gustav Jung wird das
Leben ohne feste Bräuche und Rituale leer , sinnlos und banal, bestehend nur noch aus
Arbeit, Hetze und Geschäftigkeit. Eine Kultur, die nur noch auf Nützlichkeitswerte, Geld und
Aktien „baut“, hat keine Zukunf!! Der Mensch lebt bekanntlich nicht vom Brot allein, und
deshalb können feste Bräuche und Riten nicht nur angstmindernd, sondern auch im höchsten
Grad sinnstiftend wirken. Sie können eine „Brücke zwischen Himmel und Erde“ sein und
damit unserem Leben eine tiefere Dimension verleihen. Lebendiges Brauchtum lebt vom
Zusammenhang von Religion und Welt.

Der Sinn christlicher Feiern und Festzeiten wird lebendig in der Vielfalt und den Formen der
Festbräuche. Feste im Jahreskreis kann man sehen, hören, riechen,anfassen, schmecken(siehe
Rezept unten). Mehrheitlich haben die Feste christliche „Wurzeln“. Feste Bräuche ersetzen
zwar nicht den Gottesdienst(Dienst Gottes an uns!), aber sie übertragen die „Festaussage“ in
unseren Alltag. Die Menschen sind auf der Suche nach den geschichtlichen Wurzeln in einer
schnellebigen Zeit und fragen deshalb:

Was heißt OSTERN? Woher kommt das OSTEREI? Und was hat der OSTERHASE mit Ostern
zu tun? Was bedeutet das OSTERFEUER, die OSTERKERZE?...........

Das christliche OSTERFEST hat seinen Vorläufer im jüdischen Passah-,Pascha- oder
Pessach-Fest. (Erinnerung an der Auszug der Kinder Israels aus dem „ägyptischen
Sklavenhaus“)
In dieser Tradition lebte Jesus von Nazareth, als er im Rahmen seiner letzten „Passah-Feier“
(„letztes Abendmahl“) -vor seinem Tod- diesen Anlaß nahm, um sein Fleisch und Blut als
Opfer für die christliche Gedächtnisfeier einzusetzen.

Die AUFERSTEHUNG JESU stellt das erste und ursprüngliche Fest der Christen dar.
Ostern wird jedes Jahr nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert und fällt immer in den
Zeitraum vom 21. März bis zum 25 April, also genau zu Beginn der Frühlingszeit, wenn die
Natur aus ihrem Winterschlaf erwacht und neues Leben aus den Zweigen bricht.
Die Verbindung des kirchlichen Osterfestes und der Frühlingszeit ist nicht nur auf das Datum
beschränkt, sondern die Auferstehung Jesu zeigt uns, dass eine wirklich neue Zeit
angebrochen ist.

Für die Christen ist die Auferstehung Jesu ein zentrales Ereignis. Damit wird der Tod nicht
als Ende, sondern als Neubeginn eines neuen Lebens gesehen.
OSTERN leitet sich von dem Begriff "Ostara" (Osten), "Eoastrae" oder "Eostre" ab, dem
angelsächsischen Namen der teutonischen Göttin der Morgenröte. Das Wachen in der Nacht
ist Kennzeichen der beiden christlichen Hochfeste Weihnachten und Ostern. „Niemand soll in
der Nacht schlafen, sondern wach bleiben bis zur Morgenröte“.(Canones Hippolyti)

Der kirchenlateinische Begriff „Pascha“ oder „Passah“ wurde seit jeher mit Ostern
gleichgesetzt.

Im Christentum dauert die Osterzeit 50 Tage bis Pfingsten. Vor dieser Osterzeit liegt die
Fastenzeit auch Passionszeit genannt, die 40 Tage andauert und am Aschermittwoch beginnt.
Weitere christliche Feiertage in dieser Zeit sind in der Karwoche der Palmsonntag und der
Gründonnerstag.

Mit dem OSTERFEUER beginnt liturgisch die Feier der Osternacht.

Das Feuer ist schon im Altertum den Menschen und Göttern heilig gewesen.Die 6Vestalinnen
(altrömische Priesterinnen der Vesta) hatten dafür zu sorgen, dass niemals das heilige Feuer
ausging.

Das Urfeuer war die Sonne, sie wurde u.a. in Ägypten göttlich verehrt. Die Osterfeuer
wurden bereits in heidnischer Zeit praktiziert. Denn man versuchte so, die Sonne mit dem
Frühlingsfeuer magisch auf die Erde herab zu ziehen. Auch Flammenräder ließ man von
Hügeln hinabrollen.

Mit den Osterfeuern wurde im Frühjahr die Sonne begrüßt. Sie galten auch als Kult zur
Sicherung der Fruchbarkeit, des Wachstums, der Ernte....

CHRISTLICHES OSTERFEUER:
Unser heutiges christl. Osterfeuer entstammt dem heidnischen Frühlingsfeuer, die ersten
wurden um 750 in Frankreich zum Osterbrauch entfacht.
Die Bedeutung des Osterfeuers wurde auf Gott übertragen.
Die Sonne wurde als Sieger über den Winter gesehen. Ebenso kann das Erscheinen von Jesu
gedeutet werden, der durch seine Auferstehung den Tod besiegt.
Im 11. Jht. waren die Osterfeuer im deutschsprachigen Raum verbreitet.
Damals musste das Feuer aus einem Stein geschlagen, oder mittels Brennglas entflammt
werden.
Die darauffolgende Weihe des Feuers hat sich in unserer Liturgie bis dato erhalten.

OSTERFEUER HEUTE:
Die Entzündung des heiligen Osterfeuers ist an Ostern ein zentrales Ereignis für die Christen.
Das Feuer wird am Ostersamstag, zu Beginn der Liturgie, in der Osternacht vor der Kirche
entzündet und geweiht.
Am Osterfeuer wird die Osterkerze entzündet, die dann in feierlicher Prozession mit
dreimaligem Singen des "Lumen Christi" (Licht Christi) in das noch dunkle Gotteshaus
getragen wird.
Auch heute noch werden in zahlreichen Städten und Gemeinden von Jungen und Mädchen
Holz und Reisig gesammelt und zum großen Osterfeuer aufgeschichtet. Dort, wo die
Osterfeuer symbolhaft für das Lichtwerden durch die Auferstehung Christi stehen, ist es
Brauch , dass sie am Abend des Ostersonntags mit dem Licht der Osterkerze aus der
Pfarrkirche entzündet werden. Die Osterkerze symbolisiert den auferstandenen Christus.

MOTIVE DER OSTERKERZE:
Meist ein Kreuz, ein Baum, ein Lamm, eine Taube, das Sonnenlicht oder Wasser.
Auf der Osterkerze werden an dem Kreuz mit 5 Wachsnägeln, Weihrauchkörnern etc. die 5
Kreuzmale Jesu angedeutet und oberhalb des Kreuzes der erste griechische Buchstabe
„Alpha“ für Anfang und unterhalb der letzte griechische Buchstabe „Omega“ für Ende
plaziert. Symbolisieren: "Ich(Jesus Christus) bin der Anfang und das Ende".
Die Jahreszahl ist ebenso auf der Kerze vermerkt. Wird sie zu Ostern des Jahres z.B. 2000
geweiht, so trägt sie diese Jahreszahl bis Ostern 2001. Erst dann wird sie durch eine neue
Osterkerze mit der Jahreszahl 2001 ersetzt!
Die weiße Kerzenfarbe steht für die Hoffnung und das neue Leben.
Die Osterkerze brennt nur während der 50-tägigen Osterzeit von Ostern bis Pfingsten, an
Taufgottesdiensten, um an ihr die Taufkerze zu entzünden und bei Begräbnismessen.

In der OSTERKERZE vereinigen sich die griechische, jüdische, römische und christliche
Lichttradition. Das Licht gilt als ZEICHEN DES LEBENS !
Die Osterkerze und die Lichtfeier zu Beginn der Liturgie haben ihre frühesten Wurzeln in der
Sitte der alten Kirche, die Osternacht mit zahlreichen Kerzen zu erhellen. Zusätzlich gab es in
Rom den Brauch, die Osternachtsfeier mit zwei ca. 2m hohe Kerzen zu erleuchten. Die
gesamte Feuersymbolik des Osterfeuers ist auf die Osterkerze übertragen worden. Sie steht
heute im Mittelpunkt der Osternachtfeier!

In vielen Kirchengemeinden ist es üblich, dass auch die Gläubigen kleine Osterkerzen in die
Kirche tragen, an der großen Osterkerze entzünden und das Licht untereinander weitergeben.
In der ökumenischen Brudergemeinschaft von Taize in Burgund,Frankreich, feiert man in der
Versöhnungskirche jeden Samstagabend mit dem Osterlicht die Auferstehung: ZEICHEN
DER HOFFNUNG im Glauben, ZEICHEN FÜR DIE BERUFUNG der Christen, KINDER
DES LICHTS zu sein.

Das OSTERWASSER ?
Wasser spendet Leben (Fauna, Flora), reinigt, zerstört aber auch(wie die Sturmfluten zeigen).
Wie viele andere Bräuche geht auch das Osterwasser auf eine vorchristliche uralte
heidnische Entstehung zurück. Das Wasser stand als Zeichen des Lebens und der
Fruchtbarkeit und wurde zum Gedenken an die germanische Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin
Ostera verehrt.
In der christl. Taufe ist die Symbolik des Wassers aufgenommen worden.
Im 4. Jht. wurde die Osternacht zur großen Taufnacht der Kirche! Dadurch entstand die
heutige Verbindung mit OSTERN und der TAUFE (Taufwasser).

So weiht der Priester in der Osternacht das Taufwasser für 1 ganzes Jahr und vollzieht
gegebenen Falles Taufen. Erfolgt keine Taufe und keine Taufwasserweihe, so vollzieht der
Priester eine Wasserweihe, in der Wasser gesegnet wird. Dies soll an die eigene Taufe
erinnern. Stets durften Gläubige das geweihte Wasser mit nach Hause nehmen. Es soll die
Bewohner so wie deren Häuser vor Unheil schützen.

Das Osterwasser sollte auch Ausschlag, Augenleiden und div. Krankeiten heilen, wenn man
es aus der Quelle schöpte. Man meinte früher, dass man, wenn man sich am Ostermorgen im
fließenden Bach wäscht, immer jung bleibe. Um das Vieh vor Krankheiten zu schützen,wurde
es am Ostermorgen in die Bäche getrieben.
In verschiedenen Regionen wird aus Dankbarkeit zum lebensspendendem Wasser noch heute
der Brunnen im Dorf geschmückt und mit Osterschmuck verziert.

WEITERE OSTERSYMBOLE ?
HAHN: Ist ein Auferstehungssymbol.
HENNE: Symbol der Fruchtbarkeit.
FISCHE: Dienten während der Christenverfolgung durch die Römer als Erkennungszeichen
der jungen Christen. Das griechische Wort für Fisch heißt in deutscher Umschrift "I-CH-THY-
S". Diese Buchstaben können auch als Anfangsbuchstabe für den Satz "Iesu - CHristos -
THeu - Yios - Sotär" gelesen werden; deutsch: "Jesus - Christus - Gottes -
Sohn - Retter"

Ein altes Bild für Christus –zugleich ein Erkennungszeichen für Ostern- ist das
OSTERLAMM. Das Lamm, das uns auf Pellworm in diesen Tagen überall begegnet, ist
zunächst ein Symbol der Wehrlosigkeit gegen wilde Tiere, dem Scherer und dem Schlächter.
Es wird als Opfertier im Alten Testament mehrfach genannt.
Es ist ein bekanntes Ritual der Juden zum Passahfest ein Lamm zu schlachten und zu
verspeisen. Dabei wird das Lamm zum Gedenken an Gott geschlachtet.
Im christl. Altertum legte man Lammfleisch unter den Altar. Es wurde geweiht und am
Auferstehungstag als 1. Speise verzehrt.

Auch JESU CHRISTI wird als solches bezeichnet, wenn es heißt:
>Seht, das LAMM GOTTES, das die Sünden der Welt hinwegnimmt<.
Der Priester verwandelt in Worten den Wein und das Brot zu Fleisch und Blut.
Das LAMM wird als ZEICHEN DES LEBENS verstanden.

Das Lamm ist somit symbolisch zum Lamm Gottes geworden. Bilder vom Osterlamm, oft mit
Siegesbanner und Wundmalen dargestellt, hängen auch in Kirchen und sind in
Prozessionsfahnen eingestickt.

Das LAMM ist mit seinem weißem Fell auch ein SYMBOL FÜR DIE REINHEIT und die
FRIEDLICHE LEBENSWEISE. Es soll ein Zeichen für die Menschen sein, ihr Leben
ebenfalls in Frieden zu führen.

Im heutigen OSTERBRAUCHTUM ist das Lamm in den Hintergrund getreten.Als
Besonderheit an Ostern gibt es das gebackene Osterlamm auf den Mittagstisch. Das aus
Rührteig entstandene Backwerk wird mit viel Aufwand verziert und ist an traditionellen
Ostertischen Mittelpunkt.

Der OSTERHASE ist heute als österlicher Eierbringer bekannt. Erste Belege für den
Osterhasen aus dem Jahre 1678 sind von Georg Franck von Franckenau, einem
Medizinprofessor aus Heidelberg überliefert. Vor über dreihundert Jahren ist der Brauch im
Elsaß, in der Pfalz und am Oberrhein entstanden.
Die Verbindung zwischen Ostern und Osterhase kann auf verschiedene Arten erklärt werden.
Der Hase kommt im Frühjahr zur Futtersuche in die Dörfer und Gärten und aufgrund des
ungewöhnlichen Verhaltens, sich in Menschennähe aufzuhalten, wird ihm gleichzeitig das
Ablegen der besonderen Eier angedichtet. In Verbindung steht damit das Frühlingserwachen
der Tiere und Pflanzen in dieser Zeit. In Zürich ist aus alten Aufzeichnungen der Osterhase
als Eierbringer überliefert. Dabei ist es von den Paten Brauch gewesen, Kinder einzuladen,
um mit ihnen den Osterhasen zu jagen, d. h. es wurden die im Garten versteckten Eier
gesucht. Die bunten Eier wurden dabei dem Osterhasen zugeschrieben, weil er viel flinker ist
und die Hennen keine bunten, verzierten Eier legen konnten. Damit geht dieser Brauch auf
den Erklärungsnotstand der Erwachsenen gegenüber den Kindern zurück. Denn die Hennen
als Überbringer waren weniger glaubhaft als der Hase. Auch die Niedlichkeit des Hasen, vor
allem für Kinder läßt den Glauben an den Hasen immer wieder aufleben. Dabei setzte sich
der eierlegende Hase in Deutschland um die Jahrhundertwende durch und konnte bei der
städtischen Bevölkerung schnell überzeugen, denn die Landbevölkerung bedurfte aufgrund
der besseren Kenntnisse über die Hasen mehr Überzeugungskraft,um an den Osterhasen zu
glauben. Noch im vorigen Jahrhundert war der eierlegende Osterhase in einigen Teilen
Deutschlands, zum Beispiel im Harz, unbekannt.
Auch die christliche Deutung aus dem Psalm 104,18 ist möglich. In der Übersetzung wird von
Klippdachsen gesprochen, jedoch findet man in alten Übersetzungen auch die Wörter Hase
oder Kaninchen. In Byzanz war der HASE in der Tiersymbolik ein SYMBOL FÜR
CHRISTUS. Heute befindet sich ein bekanntes „Dreihasenbild“ als Glasbild im Kreuzgang
des Paderborner Domes.
Weiterhin steht der Hase als Zeichen der Fruchtbarkeit, was sich anhand der griechischen
Liebesgöttin Aphrodite und der germanischen Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin Ostera,
denen ein Hase als heiliges Tier zugeordnet wurde, belegen läßt. Die große Fruchtbarkeit
beweist der Hase durch seine starke Vermehrung mit bis zu 20 Jungen im Jahr.
Der Brauch der OSTEREIER hat seinen Grund in der vorangehenden Fastenzeit. Das Verbot
der Kirche im Mittelalter , während der Fastenzeit Eier und Eierspeisen zu sich zu nehmen,
hatte zur Folge, dass sich in den Wochen vor Ostern, die gute Legezeiten der Hühner sind,
große Mengen von Eiern ansammelten.Diese Eier eigneten sich gut dazu, fällige Pachten in
Form von Naturalien zu begleichen.
In der Kulturgeschichte der Menschen trifft man schon früh die Eier an, z.B. wurden sie im 4.
Jahrhundert als Grabbeigabe in römisch-germanischen Gräbern gefunden.
Der Brauch zu Ostern Eier zu bemalen und zu verschenken geht auf verschiedene Ursprünge
zurück. Schon in der Urchristenzeit galt das EI als SINNBILD DES LEBENS UND DER
AUFERSTEHUNG. Das Ei hält etwas verborgen, ist wie ein verschlossenes Grab, in welches
ein Leben geschlossen ist. Damit wird die Beziehung zur Auferstehung Christi deutlich und
die Verbindung zwischen dem Ei und Ostern für die Christen erklärbar. „Wie der Vogel aus
dem Ei gekrochen, hat Jesus das Grab zerbrochen.“ (so der Volksmund)
Aber nicht nur der Beginn des Lebens, sondern auch die Zukunft des Lebens, im besonderen
der Kinder, läßt Ostern zu einem Freudenfest werden. Auch die Frage nach der Ewigkeit
kann durch die Form des Eies, ohne Anfang und Ende bzw. der Frage, ob zuerst Ei oder
Huhn war, gedeutet werden. Die Verbindung zur Fruchtbarkeit ist durch die germanische
Liebesgöttin Ostera gegeben. Der heutige Brauch der Ostereier geht-wie o.g.- auch auf die im
Mittelalter übliche Bezahlung der Zinsen und Abgaben mit Eiern an Gründonnerstag zurück.
Das Bemalen der Eier kann durch die Natur bedingt sein, denn die Farbe und Muster von
Wildvogeleiern oder die durch Färbekräuter entstandenen Muster konnten als Vorbild für die
Bemalung durch den Menschen gedient haben. Durch den Fund eines bemalten Eies aus dem
vierten Jahrhundert nach Christus kann man auf eine alte Tradition des Eiermalens
schließen. Die traditionelle Farbe für das Ei in der westlichen Welt ist seit dem 13.
Jahrhundert Rot( Roteier ), als die Farbe des Blutes Christi, des Lebens, des Sieges und der
Lebensfreude.In Osteuropa findet man eher goldfarbene Eier, als Zeichen der Kostbarkeit.
Bis heute gibt es regional viele verschiedene Grundfarben für das Ei, die aus verschiedenen
Bedeutungen heraus erwachsen sind.
Es gibt Ostereier aus den verschiedensten Materialien. Bekannt sind Eier aus Gold, Silber,
Glas, Porzellan,Ton, usw.
Beliebt sind die Ostereier, besonders bei Kindern, aus Schokolade, Marzipan, sonstigen
Süßstoffen und wegen ihrer bunten Verpackungen.

OSTERBLUMEN sind ein Zeichen der erwachenden Natur,welche in Verbindung mit dem
christlichen Osterfest stehen. Die Osterblumen schmücken in den Familien meist bei dem
gemeinsamen Frühstück den Ostertisch.

OSTERREZEPTE
Traditionell wird das Osterfest in vielen Familien mit einem gemeinsamen ausgiebigen
Frühstück begonnen. Wichtig dabei sind ein festlich gedeckter Tisch in Frühlingsfarben,
erste Frühlingsblumen, schöne Tischdekoration, wie Namensschilder oder österliche
Tischkarten und natürlich die verschiedensten Leckereien für das leibliche Wohl.
Dazu gehören die ersten bunten Ostereier, Brötchen,frisches, selbstgebackenes Hefegebäck,
Möhrenkuchen und natürlich Marmelade, Käse und Wurst.
Das Osterlamm ist nicht wie der Name vielleicht versprechen möchte, ein Fleischgericht,
welches zu Ostern zubereitet wird, sondern ein süßes Backwerk.
Es handelt sich dabei um einen Rührkuchen, der in einer Lammform ausgebacken und mit
Puderzucker bestreut wird.
Dieses traditionelle Ostergebäck bildet auf jedem Osterfrühstückstisch oder auf jeder
Kaffeetafel auch noch heute den Mittelpunkt.
Hier eines der vielen verschiedenen Rührteigrezepte, die in vielen Familien von Generation
zu Generation weitergegeben werden.

       Zutaten ( für eine Form von ca. 700 bis 800 ml Inhalt )
      125g weiche Margarine
      125g Zucker
      1 Päckchen Vanillezucker
      1 Prise Salz
      50g Kokosraspel
      3 kleine Eier
      100g Weizenmehl
       Backöl Zitrone
       Semmelbrösel
       Puderzucker

Die Lämmchenform mit etwas Margarine ausfetten und den Semmelbröseln ausstreuen.
Die Margarine mit dem Handrührgerät mit Schneebesen schaumig rühren. Den Zucker mit
dem Vanillezucker und dem Salz in kleinen Portionen unterrühren bis er sich gelöst hat.
Einige Tropfen Backöl Zitrone zum Teig geben. Die Eier einzeln unterrühren ( jeweils eine
Minute ).Das Mehl sieben und unterrühren.
Die Kokosflocken in einer Pfanne ohne Fett anrösten, abkühlen lassen und unter den Teig
heben. Bei 170 bis 200°C bei Ober-/Unterhitze ungefähr 40 Minuten backen lassen.
Nach dem Ende der Backzeit das Lämmchen etwas in der Form abkühlen lassen, dann aus
der Form nehmen und völlig erkalten lassen. Abschließend mit gesiebtem Puderzucker
bestreuen. Heute sind neben den gebackenen Osterlämmchen auch gebackene Osterhasen
bekannt. Hier werden anstatt Lammformen Osterhasenformen mit den unterschiedlichsten
Rührteigvariationen gefüllt.

Schließen möchte ich mit einem Wort und einem schönen Osterlied:

„Nicht die Rituale sind es letztlich, die unser Leben heilen, sondern Gott selbst, dem die
Rituale die Möglichkeit bieten, in unser Leben einzubrechen, es zu gestalten , zu heilen und zu
verwandeln.“ (Anselm Grün)

Von Friedrich Spee stammt aus dem Jahr 1623 das folgende OSTERLIED:
„Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, Halleluja,Halleluja
in deiner Urständ (=Auferstehung) fröhlich ist.
Des Himmels Heer im Himmel singt,- die Christenheit auf Erden klingt.
Jetzt grünet, was nur grünen kann,- die Bäum zu blühen fangen an.
Es singen jetzt die Vögel all,- jetzt singt und klingt die Nachtigall.
Der Sonnenschein jetzt kommt herein,- und gibt der Welt ein´neuen Schein.
Die ganze Welt, Herr Jesu Christ,- in deiner Urständ fröhlich ist.“ (GL 219)

Ich wünsche Ihnen allen :„Fröhliche Ostern!“ -verbunden mit dem hebräischen Gruß
„Le chajim“ –„Auf das Leben!“
Matthias Hagenhoff,Pellworm


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