*
Menu
Menu
DEFAULT : Wort des Monats Juni 2010
07.06.2010 16:42 ( 910 x gelesen )

Wort des Monats Juni 2010

 
 „Vergiss alle Eigenschaftswörter
Verbrenn alle Bilder
schreib ihn nicht fest
trau keinem Namen
feilsche nicht
rechne nicht
mit dem Berechenbaren
nimm Abschied von deinen
Erwartungen
und lass dich überraschen
gib deiner Sehnsucht Raum
aber fessele ihn nicht
alle Versuche dir deinen
Hausgott zu basteln
sind vergebens
Gott ist ganz anders
aber er sucht dich
wenn du dich finden lässt
er findet dich
wenn du ihn suchst.“
 
Anselm Grün/ Andrea Schwarz



D e s i d e r a t a
Die Lebensregel von Baltimore.

Geh deinen Weg gelassen im Lärm und in der Hektik dieser Zeit, und behalte im Sinn den Frieden, der in der Stille wohnt. Bemühe dich mit allen Menschen auszukommen, soweit es dir möglich ist, ohne dich selbst aufzugeben. Sprich das, was du erkannt hast gelassen und klar aus, und höre anderen Menschen zu, auch den Langweiligen und Unwissenden, denn auch sie haben etwas zu sagen.

Meide aufdringliche und aggressive Menschen, denn sie sind ein Ärgernis für den Geist. Vergleiche dich nicht mit anderen, damit du nicht eitel oder bitter wirst, denn es wird immer Menschen geben, die größer sind als du, und Menschen, die geringer sind. Erfreue dich an dem, was du schon erreicht hast, wie auch an deinen Plänen.

Bleibe an deinem beruflichen Fortkommen interessiert, wie bescheiden es auch sein mag; es ist ein echter Besitz in den Wechselfällen der Zeit. Sei vorsichtig in deinen geschäftlichen Angelegenheiten, denn die Welt ist voller Trug. Lass dich jedoch dadurch nicht blind machen für die Tugend, die dir begegnet. Viele Menschen haben hohe Ideale, und wo du auch hinsiehst, ereignet sich im Leben heldenhaftes.

Sei du selbst, und, was ganz wichtig ist, täusche keine Zuneigung vor. Hüte dich davor, der Liebe zynisch zu begegnen, denn trotz aller Dürreperioden und Enttäuschungen ist sie beständig wie das Gras.

Nimm den Rat, den dir die Lebensjahre geben, freundlich an, und lass mit Würde ab von dem, was zur Jugendzeit gehört. Stärke die Kraft deines Geistes, so dass sie dich schützt, wenn ein Schicksalsschlag dich trifft. Doch halte deine Phantasie im Zaum, damit sie dich nicht in Sorge versetzt. Viele Ängste wurzeln in Erschöpfung und Einsamkeit. Übe gesunde Selbstdisziplin, doch vor allen sei gut zu dir.

Du bist ein Kind des Universums, nicht weniger als die Bäume und die Sterne: Du hast ein Recht, da zu sein. Und ob es dir bewusst ist oder nicht: ganz sicher entfaltet sich das Universum so, wie es ihm bestimmt ist. Lebe daher in Frieden mit Gott, wie auch immer du ihn dir vorstellst. Und worauf du deine Anstrengungen auch richtest, was es auch ist, das du erstrebst, im lärmenden Durcheinander des Lebens sei mit dir im Reinen.

Trotz allen Trugs, aller Mühsal und aller zerbrochenen Träume ist die Welt doch wunderschön. Sei heiter. Strebe danach, glücklich zu sein.

(von Max Ehrmann (Amerikaner) 1872 - 1945 - aus dem Gedichtband: "The Poems of Max Ehrmann)

_______________________________________________________________________



Gebet

Herr, du weißt es besser als ich,
dass ich älter werde und eines Tages alt bin.
Bewahre mich vor der unheilvollen Angewohnheit zu meinen,
ich müsse zu allem etwas sagen und bei jeder Gelegenheit.
Befreie mich von dem Verlangen, jedermanns Angelegenheiten in Ordnung bringen zu wollen.
Mache mich bedachtsam aber nicht schwermütig,
hilfsbereit, jedoch nicht herrschsüchtig.

Angesichts meines unermesslichen Vorrats an Lebenserfahrung
scheint es bedauerlich, nicht alles zu nützen,
aber Du weißt, Herr, dass ich ein paar Freunde
haben möchte am Ende.

Bewahre mich davor, endlose Einzelheiten aufzuzählen,
verleihe mir Flügel, zur Hauptsache zu kommen.
Versiegle meine Lippen, was meine Schmerzen und Leiden anbelangt,
sie nehmen zu, und die Lust daran, sie aufzuzählen
wird wohltuender mit den Jahren.

Um soviel Gnade zu bitten, dass ich auch an den Erzählungen
über die Schmerzen anderer Gefallen finden könnte,
wage ich nicht.
Hilf mir jedoch, sie mit Geduld zu ertragen.

Ich wage es auch nicht,
ein besseres Gedächtnis zu erbitten,
wohl aber zunehmende Bescheidenheit
und abnehmende Selbstsicherheit,
wenn meine Erinnerung mit den Erinnerungen anderer
in Widerspruch zu stehen scheint.

Führe mich zu der großartigen Erkenntnis,
dass ich mich gelegentlich auch irren könnte.
Trage Sorge dafür, dass ich einigermaßen liebenswürdig bin.
Ich möchte ja keine Heilige sein
(mit manchen von ihnen lebt es sich so schwer),
aber eine sauertöpfische Alte
ist eines der hervorragenden
Werke des Teufels.

Schenke mir die Fähigkeit,
Gutes zu entdecken an Orten,
an denen ich es nicht erwarte
und Begabungen an Menschen,
denen ich sie nicht zutraute
und gib mir, o Herr, die Gnade,
es ihnen auch zu sagen.

Amen

Theresia von Avila
1515 - 1582
 


Zurück Druckoptimierte Version Diesen Artikel weiterempfehlen... Druckoptimierte Version
Impressum_bottomleft

     Sitemap   I   Impressum   I   Datenschutz     

Datum

Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail